Wirtschaftlichkeit ist im Berliner Projekt „Pflege mit dem Plus“ nicht restriktive Vorgabe, sondern bemerkenswertes Resultat gemeinsamer Anstrengungen, die Versorgungsqualität für Menschen in Pflegeeinrichtungen zu verbessern – durch das koordinierte Zusammenwirken von Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten. Durch diese Kooperation am Pflegebett sind in den Projekteinrichtungen die Krankenhaushäufigkeiten um mehr als 50 %, die Ausgaben für Transport um ca. 61 % und für Arzneimittel um ca. 23 % geringer als in den übrigen Berliner Pflegeeinrichtungen. Rechnerische Minderausgaben von ca. 5,4 Mio. € und Mehraufwendungen von ca. 2,7 Mio. € (für die Zahlung der besonderen Honorare für Ärzte, Therapeuten, den Hilfsmittelbereich, sonstige Kosten) ergaben 2005 Einsparungen von ca. 2,7 Mio. €.
Das Ausgabencontrolling des Berliner Projektes „Pflege mit dem Plus“ wird – neutral für alle Projektpartner – von der Beratungsgesellschaft ARBUMA Consulting geleistet. Auf der Basis eines im Lenkungsausschuss (Vertreter aller Vertragsparteien) festgelegten Zielwertes und seiner morbiditätsadjustierten Verteilung ergibt sich für jede Einrichtung ein individueller Zielwert für die Ausgabensumme (allgemeinmedizinische und therapeutische Versorgung, Hilfsmittel, Arzneimittel, Krankenhaus, Transporte). Werden die Ziele unterschritten, erfolgt eine anteilige Ausschüttung (Bonus I) an die stationären Einrichtungen. In den letzten Jahren erhielten ca. ein Drittel aller Einrichtungen einen Bonus von durchschnittlich 153.350,– € im Jahr. Bei einer Überschreitung erfolgt ein Kostenaudit durch ARBUMA zur Ursachenklärung und Vereinbarung von Maßnahmen. Für die beteiligten Ärzte wird aktuell zusätzlich eine erfolgsbezogene Vergütung (Bonus II) für Krankenhausvermeidung abgeleitet.
Harald Möhlmann
(stv. Vorsitzender des Lenkungsausschusses Berliner Pflegeprojekt „Die Pflege mit dem Plus“)
(Quelle: KV Blatt 10/2007)
Autor: Harald Möhlmann | Erstellt am: 01.10.2007 |